Wie ein Interim Manager einen internationalen Pharmakonzern bei komplexen M&A-Prozessen, Szenarienplanung und der Verschlankung des Impairment-Test-Prozesses unterstützte.
Internationale M&A-Prozesse im Pharmasektor verlangen Tempo, Präzision und belastbare Entscheidungsgrundlagen. Besonders dann, wenn parallel mehrere Transaktionen geprüft werden, sich Marktparameter laufend verändern und Investitionsentscheidungen unter hohem Zeitdruck getroffen werden müssen.
Ein international tätiger Pharmakonzern stand genau vor dieser Herausforderung. Gemeinsam mit der internen M&A-Abteilung unterstützte ein Interim Manager von HANSE Interim dabei, komplexe Bewertungs- und Szenarienprozesse aufzubauen, Transaktionen analytisch zu begleiten und gleichzeitig zentrale Finanzprozesse im Konzern weiterzuentwickeln.
Ausgangslage: Wachstum durch internationale Akquisitionen
Der deutsche Pharmakonzern ist national wie international erfolgreich tätig und verfügt über ein eigenes Vertriebsnetz mit zahlreichen Tochtergesellschaften.
Das Geschäftsmodell kombiniert die Entwicklung und Vermarktung eigener Medikamente mit dem strategischen Ausbau des Produktportfolios durch den Erwerb externer Patente und Marken. Im Fokus stehen insbesondere Schmerztherapien sowie angrenzende therapeutische Bereiche.
Ein zentraler Bestandteil der Wachstumsstrategie war die gezielte Akquisition von Patenten mit ausreichender Restlaufzeit. Ziel war es, diese über die bestehende internationale Vertriebsorganisation global zu vermarkten und die Umsatzbasis vor dem Auslaufen des Patentschutzes deutlich auszubauen.
Da sich Umsätze nach dem Eintritt von Generika häufig spürbar reduzieren, ist die kontinuierliche Prüfung neuer Transaktionsmöglichkeiten essenziell. Entsprechend befand sich der Konzern parallel in mehreren M&A-Prozessen mit einer gesamten potenziellen Kaufpreissumme von über 1,4 Milliarden Euro.
Zur Unterstützung der internen M&A-Abteilung wurde ein Interim Manager von HANSE Interim eingebunden.
Die Aufgabenstellung: Von der Deal-Analyse bis zur Konzernsteuerung
Ziel des Projekts war die analytische und operative Unterstützung der internen M&A-Abteilung bei laufenden Transaktionsprozessen.
Dafür sollten zunächst gemeinsam mit den internen Fachbereichen detaillierte Absatz-, Umsatz- und Szenarienmodelle für unterschiedliche Medikamente, Länder und Marktentwicklungen aufgebaut werden.
Darauf aufbauend galt es:
- belastbare Business-Plan-Modelle für verschiedene Transaktionsszenarien zu entwickeln
- variable Kostenstrukturen und Marktentwicklungen abzubilden
- DCF-Bewertungen für unterschiedliche Deals zu erstellen
- zentrale Werttreiber und Risiken transparent zu machen
- Entscheidungsgrundlagen für Geschäftsführung und Aufsichtsrat bereitzustellen
Im weiteren Projektverlauf wurde die Aufgabenstellung erweitert. Zusätzlich übernahm der Interim Manager die Unterstützung beim Impairment-Test der internationalen Tochtergesellschaften sowie später die Verantwortung für die konzernweite Szenarienplanung.
Komplexe Bewertungen unter dynamischen Marktbedingungen
Im ersten Projektabschnitt lag der Fokus auf der Analyse der laufenden M&A-Opportunitäten.
Gemeinsam mit den Bereichen Business Development, Vertrieb, Produktion und internationalen Vertriebseinheiten wurden in Workshops umfangreiche Szenarien für unterschiedliche Märkte und Medikamente entwickelt.
Auf dieser Basis entstanden umfassende Business-Pläne und Bewertungsmodelle für die jeweiligen Transaktionen.
Besonders anspruchsvoll war dabei die Dynamik des Marktumfelds:
- steigende Inflation
- deutliche Zinserhöhungen während des Projektverlaufs
- unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen in internationalen Märkten
- laufende Anpassungen aus Due-Diligence-Erkenntnissen
- hohe Parallelität mehrerer Transaktionsprozesse
Die Bewertungsparameter und Szenarien mussten dadurch kontinuierlich angepasst und erweitert werden.
Ziel war es, die zentralen Werttreiber der Deals transparent zu identifizieren und daraus belastbare Preisindikationen sowie alternative Transaktionsszenarien abzuleiten.
Dadurch konnte die Unternehmensleitung fundierte Entscheidungen treffen und in kompetitiven Verkaufsprozessen gezielt agieren.
Prozesse verschlanken und Transparenz erhöhen
Die eingesetzten Interim Manager entwickelten dafür passgenaue Lösungen.
Im weiteren Projektverlauf wurde zusätzlich der bestehende Impairment-Test-Prozess der internationalen Tochtergesellschaften analysiert und grundlegend überarbeitet.
Jeder einzelne Prozessschritt wurde überprüft, neu strukturiert und vereinfacht.
Das Ergebnis:
- deutlich schlankere Abläufe
- höhere Transparenz
- effizientere Abstimmungsprozesse
- bessere Nachvollziehbarkeit der Bewertungslogik
Die neuen Prozesse und Methoden wurden anschließend gegenüber dem Wirtschaftsprüfer vorgestellt und erfolgreich vertreten.
Der optimierte Ansatz wurde im Rahmen der Jahresabschlusserstellung vollständig akzeptiert.
Vom M&A-Projekt zur konzernweiten Steuerung
Aufgrund der erfolgreichen Zusammenarbeit wurde der Interim Manager im weiteren Verlauf zusätzlich verantwortlich für die konzernweite Szenarienplanung.
Basierend auf den laufenden M&A-Prozessen sowie veränderten Marktparametern wurden zentrale Finanz- und Wachstumsszenarien für den Gesamtkonzern entwickelt.
Diese dienten unter anderem als Grundlage für:
- zukünftige Produktlaunches
- weitere Akquisitionen
- Finanzierungsentscheidungen
- Fremdkapitalaufnahmen
- strategische Wachstumsentscheidungen
Besonders wichtig war dabei die Fähigkeit, kurzfristige Anforderungen des Managements und des Aufsichtsrats unter hohem Zeitdruck strukturiert umzusetzen.
Mehr Transparenz und schnellere Entscheidungen
Die Unterstützung des Interim Managers ermöglichte die parallele Durchführung mehrerer großer M&A-Transaktionen sowie die deutliche Professionalisierung zentraler Finanz- und Bewertungsprozesse.
Gleichzeitig konnten bestehende Abläufe im Impairment-Test-Prozess nachhaltig verschlankt und transparenter gestaltet werden.
Darüber hinaus entstand eine belastbare konzernweite Szenarienplanung als Grundlage strategischer Entscheidungen.
Fazit: Warum analytische Tiefe allein nicht ausreicht
Gerade in komplexen internationalen M&A-Prozessen zeigt sich, wie entscheidend die Kombination aus analytischer Tiefe, Kommunikationsstärke und operativer Umsetzungskompetenz ist.
Besonders in dynamischen Marktphasen benötigen Unternehmen belastbare Szenarien, schnelle Entscheidungsfähigkeit und erfahrene Schnittstellen zwischen Management, Fachbereichen und externen Stakeholdern.
Denn genau in solchen Situationen entscheidet nicht nur Fachwissen, sondern vor allem die Fähigkeit, Komplexität unter Zeitdruck beherrschbar zu machen
Mit besten Grüßen
Ihre HANSE Interim-Geschäftsführung
Andreas Lau






