Dos und Don'ts im Interim Management

Dos und Don’ts im Interim Mandat

Praxisnah und wegweisend: Die Dos und Don’ts im Interim Management

Die Anforderungen der Auftraggeber an das Verhalten der Interim Manager im Mandat und ihre Dienstleistung sind hoch – und das zu Recht. Die ganze Branche wirbt schließlich mit der Excellence ihrer Interim Manager, aber was sind die Dos and Don’ts, die erwartet werden?

Darüber diskutierte die Branche beim DDIM.regional in Köln. Unser Geschäftsführer Andreas Lau war als Podiumsdiskutant mit geschätzten Unternehmer, Interim Managern und Marktbegleitern zum Thema Dos and Don’ts in der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Interim Manager eingeladen. Die Beiträge zu den Themen „Dos und Don’ts“ im Interim-Mandat waren nicht nur aufschlussreich, sondern auch wegweisend für unsere Praxis.

Dieser Beitrag behandelt einige der Kernpunkte dieser Debatte und bietet Interessenten, Kunden wie auch Interim Managern sehr praktische Tipps und Guidance.

1. Perspektive Auftraggeber

Ein Schlüsselfaktor ist klare Kommunikation des Auftrags und die Bereitschaft, auf Augenhöhe zu interagieren. Es ist entscheidend, die Erwartungen an das Projekt und an den Interim Manager klar zu formulieren und die Kommunikation offen und transparent zu halten. Dies schafft Vertrauen und ermöglicht eine effektive Zusammenarbeit.

Es ist eine berechtigte Erwartung des Auftraggebers, dass ein Interim Manager und sein Provider dienstleistungsorientiert denkt und handelt. Er kauft schließlich eine Dienstleistung ein.

Dazu gehört auch, dass der Auftraggeber das Verhältnis von vor Ort Arbeit als Ausgangspunkt der Erwartungshaltung versus remote Arbeit definiert und nicht der Interim Manager.

Auch Fingerspitzengefühl darf der Auftraggeber erwarten: Wenn der Interim Manager nach einer Weile zum dreistündigen Diner nach Hause einlädt, möchte der Auftraggeber die gemeinsamen vertrauensvollen Gesprächsstunden vielleicht nicht (vollständig) auf der Abrechnung finden.

Dos

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Donts

Don’ts

Ziele definieren: Definieren Sie klar Ihre Erwartungen und Ziele, um dem Interim Manager eine eindeutige Richtung zu geben.

Regelmäßige Updates: Pflegen Sie eine offene und regelmäßige Kommunikation, um sicherzustellen, dass der Interim Manager stets auf dem neuesten Stand ist.

Ressourcen zur Verfügung stellen: Bieten Sie die notwendigen Ressourcen und Unterstützung, damit der Interim Manager effektiv arbeiten kann.

Regelmäßige Updates: Pflegen Sie eine offene und regelmäßige Kommunikation, um sicherzustellen, dass der Interim Manager stets auf dem neuesten Stand ist.

Missverständnisse vermeiden: Vermeiden Sie Unklarheiten oder Widersprüche, um Missverständnisse und Ineffizienz zu verhindern.

Isolation vermeiden: Isolieren Sie den Interim Manager nicht vom restlichen Team. Eine gute Integration fördert die Zusammenarbeit und den Erfolg.

Freiraum gewähren: Vermeiden Sie Mikromanagement und geben Sie dem Interim Manager die Freiheit, seine Aufgaben eigenständig zu erledigen.

Ressourcen bereitstellen: Lassen Sie den Interim Manager nicht ohne die notwendigen Ressourcen und Unterstützung arbeiten.

2. Perspektive Provider

Klare Rollendefinitionen, Flexibilität in Arbeitsvereinbarungen und eine strukturierte Dokumentation sind entscheidend für eine effektive Unterstützung von Interim Managern und die Sicherstellung eines reibungslosen und erfolgreichen Mandats.

Was für Provider entscheidend ist

Provider spielen insbesondere zu Beginn eine zentrale Rolle zum Erfolg der Interim Manager im Projekt, bei dem sie bei der Auftragsklärung ein möglichst klares Bild des Projekts schaffen. Es beginnt mit der Definition der Rollen und Erwartungen und Kompetenzen zu Beginn eines Mandats, um Klarheit und Ausrichtung zu gewährleisten. Natürlich versuchen sie auch ein Bild zu entwickeln, wer menschlich und von der Chemie zum Auftraggeber passt.

Flexibilität in den Arbeitsvereinbarungen ist ebenso wichtig, um den dynamischen Anforderungen gerecht zu werden.

Alles, was vereinbart werden soll, muss vertraglich gut dokumentiert sein, um Missverständnissen vorzubeugen und einen klaren Handlungsrahmen zu schaffen.

Die Einrichtung eines effektiven Qualitäts-, Projekt- oder Shadow-managements ermöglicht die Beibehaltung hoher Standards sowie zeitnahes Feedback und aktives Beziehungsmanagement mit dem Auftraggeber und dem Interim Manager.

Das sollten Provider vermeiden

Dienstleister sollten zu starke Kontrolle und zu bürokratische Abläufe bei der Mandatsabwicklung vermeiden, um den Handlungsspielraum der Manager nicht zu sehr einzuschränken und die Abläufe unnötig kompliziert zu machen.

Es sollten keine spezifischen Zeitpläne erstellt werden, die einer Beschäftigung ähneln.

Ebenso sollten übermäßig komplizierte Prozesse und Überregulierung bei den Compliance-Prozessen vermieden werden, um die Arbeitsabläufe klar und effizient zu halten.

Diese Flexibilität ermöglicht es den Interim Managern, sich mehr auf das Erzielen von Ergebnissen zu konzentrieren, anstatt strikte Prozesse einzuhalten.

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Erfahrene Manager: Stellen Sie sicher, dass die Interim Manager über die notwendige Erfahrung und Qualifikationen verfügen.

Offene Kanäle: Halten Sie die Kommunikationskanäle offen und transparent, um Missverständnisse zu vermeiden.

Unterstützung: Bieten Sie kontinuierliche Unterstützung und Ressourcen für Interim Manager und Kunden.

Risiko minimieren: Setzen Sie keine Manager ein, die nicht den Anforderungen des Kunden entsprechen.

Isolation vermeiden: Lassen Sie Interim Manager und Kunden nicht ohne notwendige Unterstützung zurück.

Missverständnisse vermeiden: Vermeiden Sie Kommunikationslücken, die zu Missverständnissen führen können.

3. Perspektive Interim Manager

Flexibilität und proaktive Kommunikation sind entscheidend für den Erfolg eines Interim Managers. Diese Fähigkeiten ermöglichen eine schnelle Anpassung an wechselnde Umfelder und effektive Führung durch unvorhergesehene Herausforderungen.

Interim Manager befinden sich in der einzigartigen Position, Organisationen durch Übergangsphasen zu führen, was ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit erfordert. Es ist entscheidend, sich auf unerwartete Situationen vorzubereiten und schnell, aber fundiert Entscheidungen zu treffen. Dies fördert nicht nur die Akzeptanz innerhalb des Teams, sondern ermöglicht auch notwendige Anpassungen an schnelle Veränderungen im Unternehmensumfeld.

Ebenso wichtig ist es, effektive Beziehungen zu Teammitgliedern und Auftraggebern zu knüpfen. Die Nutzung bestehender Netzwerke erleichtert den Zugang zu wichtigen Entscheidungsträgern und kann die Sicherung des Mandats begünstigen.

Klare Kommunikation über Verfügbarkeit und Verpflichtungen hilft, Missverständnisse zu vermeiden, während eine transparente Kommunikation und das Delegieren von Aufgaben das Team stärken.

Ein Interim Manager sollte stets als Vorbild fungieren, gründlich vorbereitet sein und auch scheinbar kleine Aufgaben ernst nehmen, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufzubauen.

Vermeidbare Fehler für Interim Manager

Interim Manager sollten es vermeiden, in starren Mustern zu verharren und isoliert zu agieren. Diese Verhaltensweisen beeinträchtigen die Effektivität ihrer Führung und erhöhen das Potenzial für Konflikte und Missverständnisse innerhalb des Teams.

Interim Manager sollten Flexibilität nicht aus den Augen lassen, da dies essenziell für ihre Rolle in wechselnden Umgebungen ist. Überstürzte Entscheidungen oder das Vorschlagen von Lösungen ohne vollständiges Verständnis der Situation können zu Fehlern führen.

Ein Interim-Manager muss proaktiv und flexibel in seinem Kommunikationsansatz sein. Diese Fähigkeiten helfen, sich in unvorhergesehenen Situationen und in einer dynamischen Umgebung zurechtzufinden.

Interim Manager = Agile Projektmanager

Ebenso ist es wichtig, sich nicht vom Team zu isolieren, sondern aktiv Beziehungen zu pflegen. Unklarheiten in der Verfügbarkeit oder in den Rollen und Aufgaben können zu Konflikten führen, während Mikromanagement die Motivation des Teams untergraben kann.

Eine bevorzugende Behandlung einzelner Teammitglieder oder eine arrogante Haltung kann das Vertrauen schädigen und die Teamdynamik stören.

Ein zu autoritärer Führungsstil sollte vermieden werden, ebenso wie das zu schnelle Aufdrängen eigener Ideen, ohne die Teamdynamik zu berücksichtigen.

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Don’ts

Anpassungsfähigkeit: Seien Sie bereit, sich an unterschiedliche Rollen und Aufgaben anzupassen.

Fundierte Entscheidungen: Treffen Sie zügig und sicher Entscheidungen und kommunizieren Sie die Gründe klar.

Netzwerken: Pflegen Sie starke Beziehungen zu Team und Auftraggebern.

Starre Erwartungen: Seien Sie nicht starr in Ihren Erwartungen und Aufgabenbereichen.

Unüberlegte Handlungen: Treffen Sie keine Entscheidungen, ohne das volle Bild zu verstehen.

Teamarbeit: Arbeiten Sie nicht isoliert, sondern integrieren Sie sich ins Team.

Die intensive Gesprächs- und Diskussionsatmosphäre bei der DDIM.regional in Köln hat gezeigt, dass die Erwartungshaltung der Auftraggeber hoch ist und jeder Interim Manager sich sensibel mit seinem Dienstleistungsangebot und Verhalten im Mandat auseinandersetzen muss.

Das auf unsere Topthemen bezogene Feedback zu den Dos and Don’ts im Mandat verdeutlicht, wie wichtig klare Kommunikation, strategische Flexibilität und starke Führungsqualitäten in Zeiten schnellen Wandels sind. Diese Variablen sind wichtig für Auftraggeber, Interim Manager sowie für Provider, um den Projekterfolg zu maximieren. Aber sicherlich nicht der vollständige Katalog aller Dos and Don’ts.

Diskutieren Sie gerne mit, wir freuen uns auf Ihre Ergänzungen!

Sie und wir schaffen damit Mehrwert zur Nutzung von Interim Management als strategisches Personaldienstleistungsinstrument.

Mit herzlichen Grüßen 
Ihre HANSE Interim-Geschäftsführung
Andreas Lau

2 Kommentare zu „Dos und Don’ts im Interim Mandat“

  1. Eine sehr gute Zusammenfassung der wichtigsten Empfehlungen an alle drei Akteure!
    Denn nur das optimale Zusammenspiel von Auftraggeber, Provider und Manager ermöglicht den vollen Erfolg des Projekts.
    Präzision bei der Formulierung des Mandats durch den Auftraggeber einerseits und eine hohe Flexibilität und Agilität des Managers andererseits stehen zwar nicht im Widerspruch zueinander, aber doch in einem Spannungsfeld. Hier ist wichtig, eher Ziele als Wege zu vereinbaren und dem IM möglichst viel Spielraum zu gewähren – den er oder sie jedoch mit Empathie, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein auch zu nutzen wissen sollte.

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